VERSTECK
Wir saßen schön versteckt und lobten es versteckt zu sein,
Zu kosen ungesehn und nirgendher erschreckt zu sein.
Die Amsel oben sang, sanft rauschte fern der Wald im West,
Es war so still und wir so sicher unentdeckt zu sein.
Die Stunden strichen hin, still waren selber wir zuletzt,
Da meinten wir entdeckt, sogar mit Fleiß geneckt zu sein.
Der Schreck! Es klopfte - was? Es klopfte laut am Baum ein Specht!
Da waren wir vergnügt und freuten uns, geweckt zu sein!
Karl Schimper (1803-1867)