VOR DEM WEIN
Dunkler, heiliger Wein
Sieh, ich dürfte dich trinken,
doch in dein mystisches Blinken
schau ich mit Andacht hinein.
O, wie schauerfs mich an,
all dies Quellen und Weben,
das zum glühendsten Leben
wecken und steigern mich kann.
Das bist du, o Natur,
deiner gewaltigsten Kräfte,
deiner verborgensten Säfte
überfließende Spur.
Wein, ich trinke dich! Bald
wirbeln nun Stürme und Fluten,
Blitze und mildere Gluten
mir durch die Brust mit Gewalt.
Friedrich Hebbel (1813-1863)
Dunkler, heiliger Wein
Sieh, ich dürfte dich trinken,
doch in dein mystisches Blinken
schau ich mit Andacht hinein.
O, wie schauerfs mich an,
all dies Quellen und Weben,
das zum glühendsten Leben
wecken und steigern mich kann.
Das bist du, o Natur,
deiner gewaltigsten Kräfte,
deiner verborgensten Säfte
überfließende Spur.
Wein, ich trinke dich! Bald
wirbeln nun Stürme und Fluten,
Blitze und mildere Gluten
mir durch die Brust mit Gewalt.
Friedrich Hebbel (1813-1863)
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| Foto: Tim Maas |
