Ganz in Unschuld, Lieb’ und Güte glühte die Wange dir;
Gleich der Purpurnelkenblüte glühte die Wange dir;
Als du mir den Wein kredenzet, welcher im Glase mir
Funkelnd, wie dein Auge, sprühte, glühte die Wange dir;
Als den schönen Blick du niederschlugst, den bescheidenen,
Daß er meinen Blick verhüte, glühte die Wange dir;
Da du sangst die frühsten Lieder, die ich dir sendete,
Fühlend ganz, wie sehr ich glühte, glühte die Wange dir.
August vonn Plathen (1796-1835)