AN DEN SCHEIDENDEN FRÜHLING
Vergeblich ist`s, o scheidende Frühlingspracht!
Zu klagen, daß das Glück, eh`s genossen ward,
Vergeht. Im Winde treiben irr die
Flocken der Blüten, ein weher Reigen.
Noch niemals war so glücklich mein Herz und bang:
Des Lebens Fülle woget im Tränenstrom.
Zerspringt die Brust vor solchem Glück, oh?
Schluchze dein Weh, wie das still entgleitet,
Ganz stille: Glanz und Licht überm Blütenmeer
Und dort der feuchte Schimmer in deinem Aug.
Es dunkelt schon der Wein im Becher:
Flüstert jetzt leise "leb wohl", Freunde!
Bruno Ammering (1923-1944)