TANZLIED
Laßt uns tanzen, laßt uns springen!
Denn die Sterne, gleich den Freiern,
prangen in den lichten Schleiern.
Was die lauten Zirkel klingen,
darnach tanzen sie am Himmel
mit unsäglichem Getümmel.
Laßt uns tanzen, laßt uns springen!
Denn der Wolken schneller Lauf
steht mit dunkelm Morgen auf.
Ob sie gleich sind schwarz und trübe,
dennoch tanzen sie mit Liebe
nach der lauen Lüfte Singen.
Laßt uns tanzen, laßt uns springen!
Denn der bunten Blumen Schar,
wenn auf ihr betautes Haar
die verliebten Weste dringen,
geben einen lieben Schein,
gleich als solltens Tänze sein.
Laßt uns tanzen, laßt uns springen!
Laßt usn laufen für und für!
Denn durch Tanzen lernen wir
eine Kunst von schönen Dingen.
Paul Fleming (1609-1640)