I
heute abend werde ich beginnen
mit der stille des wassers
wie es tropft. von blütenblatt zu blütenblatt
regen – noch vor unserer zeit
ich werde auf einer brücke beginnen
über dem fluss. der seine
quelle sucht
meine tasche. angefüllt
mit unverbrauchten stunden
heute abend werde ich beginnen
mit der leeren seite. die du
bewohnst
mit meinem atem. der sich
führen lässt –
von deinem
II
vielleicht vergaßen wir. dass einsamkeit
nur nach jemanden sucht mit dem sie
gemeinsam klagen kann
beginnen. endlich beginnen
& die blender im herzen
ignorieren
III
heute abend werde ich beginnen
trotz meiner unbeholfenen worte
trotz des lebens. das mit dem wind davon zu schweben scheint
trotz der wolken. die alten kummer über den himmel streuen
ich werde beginnen & an eine liebe glauben
die allen schmerz überstanden hat
so wie dieses gedicht –
wie es sich vom ersten wort an erinnert
an das, was bestand hat
so wie dieser fluss. der unablässig
durch unsere hände fließt
so wie Rodin´s liebende sich
eng & verzweifelt umarmen
& dabei von Gottes hand
gehalten werden
© Rea Revekka Poulharidou