WIEN V
Sie sind wie Fliegen, die am Leim noch hoffen...
auf einmal ist ein Duft von Fäulnis da.
Die Knospen klopfen an das Wagenfenster,
ein junger Mann sitzt einsam im Café.
Im Stall der Knecht greift nach der blonden Magd,
derweil ein Regen lind ans Dach hintropft.
Das Leben ward kein Weg zu dir. Als Gott
dich schuf, erschrak er und verstarb.
Durchs grüne Licht verdrossner Regen prunktet,
so wie die Träum durch die das Leben rinnt.
Dein Haar schmolz rötlich in der schwarzen Sonne,
wo Türen sind ist`s dunkel ach und leer.
Die Schulter bebt noch vor verhaltnem Weinen -
woher ich komm, da wachsen keine Blumen.
Jakob Haringer (1898-1948)
Sie sind wie Fliegen, die am Leim noch hoffen...
auf einmal ist ein Duft von Fäulnis da.
Die Knospen klopfen an das Wagenfenster,
ein junger Mann sitzt einsam im Café.
Im Stall der Knecht greift nach der blonden Magd,
derweil ein Regen lind ans Dach hintropft.
Das Leben ward kein Weg zu dir. Als Gott
dich schuf, erschrak er und verstarb.
Durchs grüne Licht verdrossner Regen prunktet,
so wie die Träum durch die das Leben rinnt.
Dein Haar schmolz rötlich in der schwarzen Sonne,
wo Türen sind ist`s dunkel ach und leer.
Die Schulter bebt noch vor verhaltnem Weinen -
woher ich komm, da wachsen keine Blumen.
Jakob Haringer (1898-1948)