MOZARTS SPINETT
Dem schmächtigen Gerät zum ersten Male
ist reiner Glocken klarer Klang entquollen:
Tropfen, die perlend bald im Becken rollen,
bald lauter plätschernd in basaltner Schale
vom Rande rinnen, blitzender Opale
träufelnde Reihen, bald in einem tollen
trommelnden Tanze stürmen, bald vom vollen
Winde gewiegt in Schleiern wehn zu Tale.
Und wie das Mondlicht blaue Silberseiden
über den Rasen rings um die Fontäne
flutend ergießt, erweitert sich die Szene:
der Fluß erglänzt metallen unter Weiden,
aus weißer Götter schweigenden Verstecken
flackert Geflüster längs den Taxushecken.
Richard von Schaukal (1874-1942)